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Post-truth oder postfaktisch

Thursday 17 November 2016

"Die Wahl von post-truth zum „Wort des Jahres“ durch die Experten vom Verlag Oxford Dictionaries wirkt wie ein bitterer Kommentar zur Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Denn die Karriere von post-truth und seiner deutschen Entsprechung postfaktisch ging einher mit dem Aufstieg jenes Mannes, dem Fakten scheinbar niemals etwas anhaben konnten", schreibt Matthias Heine heute in der Welt. So bezeichne postfaktisch einen gesellschaftlichen Zustand, in dem die Fakten keine Rolle mehr in politischen Auseinandersetzungen spielen, weil immer größere Bevölkerungsgruppen darauf beharren, ihre gefühlte Wahrheit stimme nun mal nicht mit den Fakten überein und überhaupt seien die Fakten gar keine Fakten, sondern Machinationen der Lügenpresse. Donald Trump wird amerikanischer Präsident, obwohl ihm die Medien von Anfang an nachweisen konnten, dass er unfassbar viele Lügen und Halbwahrheiten verbreitet hat.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat den Begriff „postfaktisch“ in ihrer alljährlichen Wahl zum "Wort des Jahres“ gekürt. Lange hatte „Brexit“ als Favorit für den diesjährigen Titel gegolten. Zum engeren Favoritenkreis 2016 zählte außerdem noch das Wort „Gruselclowns“. Das Wort des Jahres wählt alljährlich eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) aus. Diesmal war die Auswahl aus rund 1300 Fundstellen in Medien und 700 externen Vorschlägen getroffen worden. 2015 lag der Begriff „Flüchtlinge“ ganz vorn. Die Gesellschaft für deutsche Sprache hält Ausschau nach Wörtern und Wendungen, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich besonders bestimmt haben. Für die Auswahl entscheidend ist der GfdS zufolge nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz, Popularität und sprachliche Qualität.

Was also tun, wenn die seriöse Presse als Lügenpresse abgestempelt wird und die den eigenen Interessen dienende Wahrheit bestimmter gesellschaftlicher oder politischer Gruppen zur "offiziellen" Wahrheit wird? Was können wir überhaupt noch glauben? Die Vermittlung von Fakten/Lügen geschieht immer durch Medien und Sprache. Politische Kampagnen sind somit zur Analyse hervorragend für den Language-Teil des Language & Literature - Kurses geeignet.



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